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Transformation im Arbeitsmarkt und die Bedeutung des Social Recruiting

Im Interview mit Joe Anderson Rau, Gründer und Geschäftsführer von Online Business Lab.

Die Frankfurter Agentur Online Business Lab. hat eine Kehrtwende vollzogen. Weg vom Social-Selling hin zum E-Recruiting. Denn die Experten für Vertrieb, Performance, Business Development und Kommunikation haben in der Zusammenarbeit mit KundInnen häufig festgestellt, dass Unternehmen, die digitale Vertriebsstrategien anwenden wollen, oft die dazu passenden SpezialistInnen fehlen. Um Arbeitgebern bei der Suche nach entsprechenden Profis zu helfen, kommt Joe Anderson Rau seine Erfahrung im Recruiting und im Aufbauen von Teams im digitalen Umfeld, besonders an der Schnittstelle zur IT, zugute. Der Schritt von Social-Selling hin zu Social-Recruiting war daher fast schon die logische Konsequenz. Denn die Prinzipien aus dem Sales lassen sich in vielen Teilen auf den HR-Kontext übertragen. Daher fokussiert er sich mit seinen KollegInnen darauf, Firmen im Wettbewerb um die besten KandidatInnen und Fachkräfte mit einer Strategie aus Active Sourcing/ Employer Branding und Social-Selling-Aspekten zu unterstützen. Das Ganze nennt sich dann Social-Recruiting. Was hinter dieser Methode zur Mitarbeitergewinnung steckt und welche Vorteile Geschäftsführenden und PersonalentscheiderInnen daraus entstehen, erfahren wir im Interview mit ihm.

DIGITAL FUTUREmag: Beschäftigungsentwicklungen zeigen immer deutlicher den Weg vom Arbeitgeber- hin zum Arbeitnehmermarkt. Woran liegt das?

Joe Anderson Rau: Bewerberinnen und Bewerber geben inzwischen klar den Takt vor. Auffällig ist, dass besonders der Mittelstand zunehmend Schwierigkeiten hat, qualifizierte Fachkräfte in Festanstellung für sich zu gewinnen. Ein ganz wesentlicher Grund dafür: Potenzielle KandidatInnen werden über traditionelle Kanäle via Stellenanzeigen, Inseraten oder Werbung schwer erreicht. Aber was können gerade KMU - als die Säule der Wirtschaft - tun, um Know-how-Träger für die eigene Firma zu begeistern und langfristig zu binden? E-Recruiting ist hier ein neuer vielversprechender Weg, der zielführend sein kann.

DIGITAL FUTUREmag: Ein Mangel an Fachkräften geht gewaltig ins Geld. Nicht nur, was den Rekrutierungsprozess betrifft, sondern auch im Daily Business. Wie können EntscheiderInnen denn von Ihrem Ansatz im Gegensatz zum klassischen Verfahren profitieren?

Joe Anderson Rau: Die Suche nach geeigneten KandidatInnen nimmt im Durchschnitt zwischen drei bis sechs Monate in Anspruch. Das Ausbleiben von passenden Bewerbungen über diesen Zeitraum hinaus ist in der Tat kostspielig. Ganz besonders, weil das Unternehmenswachstum davon betroffen ist. Durch einen Mangel an entsprechenden Sachkundigen können beispielsweise Aufträge nicht angenommen werden. Die Branchen-Konkurrenz freut sich darüber. Kein Wunder also, dass Firmen zunehmend Personalberatungen beauftragen und diese Vakanzen etwa durch Headhunting zu besetzen versuchen. Die E-Recruiting Methode ist ein völlig neuer Ansatz, um WunschmitarbeiterInnen gezielt zu gewinnen. Dabei liegt der Fokus darauf, potenzielle KandidatInnen dort abzuholen, wo sie sich auch in ihrer Freizeit bewegen. Nämlich online auf den unterschiedlichen Social-Media Plattformen.

DIGITAL FUTUREmag: Ist das traditionelle Bewerben mit Lebenslauf und Anschreiben für Kandidatinnen und Kandidaten also Schnee von gestern?

Joe Anderson Rau: Tatsächlich zeichnet sich ein Trend in diese Richtung ab. Social-Media oder Soziale Plattformen, wie LinkedIn und Xing, aber auch Instagram spielen bei der Bewerbung eine immer größere Rolle. Mit Konsequenzen sowohl für KandidatInnen als auch - und womöglich noch viel mehr - für die Unternehmen. Wer als potenzieller Arbeitgeber dort kein Profil hat, findet online nicht statt. Was sich wiederum negativ bei der Suche nach begehrten Fachkräften auswirken kann. Neben einer virtuellen Corporate-Präsenz versetzen E-Recruiting-Strategien Mittelständer in die Lage, hier wesentlich erfolgversprechender zu agieren. Das funktioniert durch einen cleveren Mix aus Content-Marketing und Active-Sourcing-Strategien. Mit deren Hilfe sich Aufmerksamkeit und Vertrauen aufbauen lassen, was zum Interesse einer Vielzahl passender KandidatInnen führt.

DIGITAL FUTUREmag: Human Resources goes digital - das Werben um Talente findet heutzutage im Web statt. Nur flexibles Trend-Phänomen oder bereits obligatorisch?

Joe Anderson Rau: Wer schon mal etwas von Social-Selling, nämlich Neukundengewinnung über Social-Media, gehört hat, den dürfte vielleicht auch Social-Recruiting interessieren. Denn genauso wie Unternehmen online auf die Jagd nach ihren Wunsch-Zielgruppen gehen, treten sie, ebenfalls im Internet, zunehmend in den Wettbewerb um die besten Performer im heiß umkämpften Kandidatenmarkt. Kein Wunder also, dass einige der Prinzipien, die aus dem Verkauf bekannt sind, auch im HR-Zusammenhang Anwendung finden. Doch was können Unternehmen daraus lernen?

Jeder, der im Online-Sales nach WunschkundInnen jagt, weiß, dass er diese nur gewinnt, wenn er deren Bedürfnisse genau versteht und ihnen bereits in der Ansprache das Gefühl gibt, absolut verstanden zu werden. Da sich KandidatInnen aufgrund des Mangels an ExpertInnen einerseits und der hohen Nachfrage nach ihnen andererseits ihren Job inzwischen aussuchen können, bedarf es beim Werben um die besten KandidatInnen am Markt deshalb eines Umdenkens. Denn ähnlich wie im Sales wollen gerade InteressentInnen im Netz ebenfalls verstanden und bereits bei der Ansprache abgeholt werden. Allerdings bedarf es dazu Authentizität und Vertrauen, das sich Unternehmen durch Employer-Branding und einer gezielten Content-Marketing-Strategie aufbauen können. Wer diese Prinzipien für sich zu beherzigen versteht, kann im War of Talents langfristig und nachhaltig durchaus die Nase vorne haben.

DIGITAL FUTUREmag: Abschließend kurz zusammengefasst: Was sind die drei wichtigsten E-Recruiting-Vorteile, von denen Firmen profitieren können?

Joe Anderson Rau:
1. Durch E- Recruiting lassen sich zielgerichtet eine Vielzahl an WunschkandidatInnen gewinnen und man erhält Zugang zu InteressentInnen, die man sonst nicht erreichen würde.
2. Kosten und Aufwendungen, die bei einer aufwendigen Kandidatensuche entstehen, fallen geringer aus.
3. Durch die eingesparte Zeit können Teams früher zusammengesetzt und Projekte oder Aufträge damit frühzeitig begonnen und abgewickelt werden.

DIGITAL FUTUREmag: Vielen Dank für diese beachtenswerten Personalgewinnungsimpulse.


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