Telefonieren im Home Office - die richtige Telekommunikationsinfrastruktur ist entscheidend

Im Interview mit Boris Bernardy, CEO der BBCom

BBCom ist ein unabhängiges Systemhaus für Telekommunikation und Information. Mit über 30 Jahren Erfahrung im Lösungsgeschäft, insbesondere mit starken Partnern wie Alcatel, Gigaset, Samsung, nfon, Peoplefone, Plusnet, Siemens/Unify, Terra, Xelion, Yealink ist das Unternehmen Kreateur für UC, Video- und Cloudlösung. Darüber hinaus bietet das Unternehmen entsprechende Lösungsansätze für Datennetzwerke, Carrieranschlüsse, hochperformante Datenleitungen, Sprachaufzeichnung und natürlich fexible Office Lösungen.

Durch die jahrelange, insbesondere herstellerunabhängige Beratung und Planung sowie der damit verbundenen Umsetzung von IT- und Kommunikationsprojekten sprechen wir mit Boris Bernardy, Geschäftsführer der BBCom, gerade in Zeiten von Home Office über die so wichtige Telekommunikationsinfrastruktur für mittelständische Unternehmen.

DIGITAL FUTUREmag: Für den Laien sind die heutigen Technologien der Anbieter im Bereich Telekommunikation nicht mehr auseinanderzuhalten. Was sind für Sie die wichtigsten Kriterien für eine optimale Auswahl der richtigen Telekommunikationsinfrastruktur.

Boris Bernardy: Gerade hier hat sich in den letzten Jahren sehr viel geändert. Früher hat man sich mit der Auswahl eines Herstellers an sehr viele von diesem Hersteller vorgegebene Standards gebunden. So war es zum Beispiel nahezu undenkbar, die Telefonanlage von Anbieter A und die Endgeräte von B, C oder D zu nehmen. Heute ist bei vielen Anbietern eine breite Vielfalt möglich. Auch in Sachen Vertragsgestaltung und Laufzeiten gibt es sehr faire Lösungen.
Wichtig bei der Auswahl ist, dass die neu gewonnene Lösung optimal zum Unternehmen passt, nicht jede in einem Fachartikel vorgestellte Lösung passt auch gleich genau so im eigenen Unternehmen. Das kann man z.B. durch Analysen und Teststellungen ganz gut rausfinden.

DIGITAL FUTUREmag: Zunächst möchten wir gerne den Unterschied zwischen einer komplett neuen Anlage in einem Unternehmen auf der grünen Wiese und der Integration in eine vorhandene Infrastruktur klären. Worin unterscheiden sich hier die ausgesuchten Anlagen?

Boris Bernardy: Auf der grünen Wiese kann man natürlich im Vorfeld alle notwendigen Standards abstimmen, um so schnell und flexibel eine innovative Lösung integrieren zu können.
Trifft man auf eine vorhandene Infrastruktur, müssen erst mal viele Dinge analysiert und abgestimmt werden. Prinzipiell ist auch hier alles möglich und genau darin liegt auch die besondere Stärke der BBCom, auf alle technologischen Vorgaben maximal innovativ zum besten Preis- Leistungs-Verhältnis reagieren zu können.

DIGITAL FUTUREmag: Welche Schwierigkeiten treten normalerweise auf, wenn eine neue Anlage in eine bereits bestehende Infrastruktur integriert werden muss? Wie ist hier ihre Vorgehensweise?

Boris Bernardy: Aufgrund der gerade durchgeführten Umstellung von ISDN auf ALLIP wurde natürlich an vielen Stellen „getrickst“, um erst mal Geld zu sparen.
Das bedeutet, auf der Rechnung der Telekom steht zwar ALLIP drauf, aber im Unternehmen selbst bestehen häufig noch die alten Strukturen. Diese müssen zunächst bereinigt werden, um die aktuell notwendige Flexibilität mit Home Office, Smartphone Telefonie und komplette UC Integration gut nutzen zu können.
Interessant ist hier, dass die meisten Kunden davon überzeugt sind, einen sehr guten Telefontarif unter Vertrag zu haben. Bisher konnten wir aber die meisten von uns begutachteten Konditionen nochmal deutlich verbessern, in Kosten und der Leistung.
Das hängt in der Regel damit zusammen, dass bei der Migration von ISDN auf IP von den Providern meist wenig bis keine Preisverbesserungen angeboten wurden.
Die heutigen SIP Verträge sind allerdings völlig anders strukturiert und in der vergleichbaren Basisleistung sehr viel günstiger bei flexibleren Leistungen.
In Zeiten von Corona ist sehr deutlich geworden, wie wichtig Redundanzen und die Unabhängigkeit vom Standort ist. Man kann so heute Lösungen generieren, die quasi immer und überall die Erreichbarkeit gewährleisten.

DIGITAL FUTUREmag: Jetzt in Zeiten von Home Office müssen die MitarbeiterInnen auch von zuhause aus optimal an das Unternehmen angebunden sein. Welche Elemente wie Laptop, schnelles Internet etc. sind hier zu berücksichtigen? Was sind Ihre Empfehlungen?

Boris Bernardy: Die Internetanbindung im Home Office sollte größer als DSL 16.000 sein, weil die Anschlüsse bis 16.000 in der Regel noch die alte ADSL Technik verwendet. Home Office ist mit diesen Anschlüssen zwar prinzipiell möglich, es kann aber zu Qualitätsschwankungen kommen.

Im Home Office hat man heute Dank moderner IP Telefonie zahlreiche Möglichkeiten der Anbindung…vom einfachen Tischtelefon, individuell ergänzt mit schnurgebundenem oder schnurlosem Headset, ein DECT schnurloses Telefon oder direkt vom PC aus über einen Telefonieclient. Auch sind noch Faxgeräte anbindbar oder gleich als Fax to Mail umsetzbar.
Die Möglichkeiten sind also sehr umfangreich.

DIGITAL FUTUREmag: Führungskräfte fordern, dass ihre MitarbeiterInnen überall, das bedeutet im Office aber auch im Home Office optimal zu erreichen sind. Wie können Sie einen solchen Service sicherstellen?

Boris Bernardy: Ein Home Office- oder Außendienstmitarbeiter hat heute nicht mehr viele Rufnummern oder arbeitet mit der beliebten Rufumleitung extern, sondern nur noch mit einer einzigen Festnetzrufnummer und ist unter dieser überall erreichbar…Im Office an seinem Tisch oder Teamtelefon, unterwegs mittels Smartphone App oder zuhause am PC. Da sich unter einer einzigen Durchwahl bis zu 9 Endgeräte/ Devices anmelden lassen, ist man überall dort erreichbar wo es gewünscht ist. Teamfunktionen wandern selbstverständlich mit in die Cloud, so kann ein Kollege Gespräche entgegennehmen, wenn man gerade nicht verfügbar ist.

DIGITAL FUTUREmag: Schließlich geht es auch um die Sicherheit der Daten, die Abhörsicherheit im Telefonat bis hin zur Sicherheit von geteilten Dokumenten. Welche Strategie empfehlen Sie hier Ihren Kunden?

Boris Bernardy: Jeder einzelne Anwender innerhalb eines IT-Netzwerkes, egal ob Angestellter, Geschäftsführer oder Techniker, verlässt sich auf die Sicherheitsstrategie des Unternehmens. Durch richtiges Verhalten können sie bereits einen wichtigen Beitrag zu mehr IT-Sicherheit leisten. Oft ist es der Anwender, der durch sein Verhalten zulässt, dass Daten in die Hände nicht autorisierter Personen geraten oder auch Systeme kompromittiert werden. Das passiert meist aus Unwissenheit oder Sorglosigkeit.

Daten sollten selbstverständlich immer mit den neuesten Standards gesichert werden. Der Sprachkanal wird von vielen SIP Anbietern bereits von Haus aus verschlüsselt. Andere Datendienste sollten auf jeden Fall mit entsprechenden Firewalls sowie VPNs abgesichert werden. Hier werden immer häufiger sogenannte Managed Service Lösungen gewählt, welche in Echtzeit aktuell gehalten werden. Somit erreicht man ein sehr hohes Maß an Sicherheit.

DIGITAL FUTUREmag: Zu guter Letzt interessiert uns noch ein Ausblick in die Zukunft. Telekom-Chef Timotheus Höttges geht in Zukunft von hybriden Strukturen aus. Wie ist Ihre Einschätzung und wie können mittelständische Entscheider ihr Unternehmen optimal aufstellen?

Boris Bernardy: Wir brauchen als wichtigste Basis erstmal eine Lösung, die das leisten kann, was im Prospekt zugesagt wird! Das Jahr 2020 hat hier sehr deutlich gezeigt, wer noch Reserven hat, bzw. welches Netz schon zuvor zu knapp am Limit ausgelegt war. Hier sollte man tatsächlich jeden Standort individuell prüfen. Oft ist die Kombination von regionalen und größeren Anbietern sinnvoll. Regionale Anbieter bieten einen persönlichen und direkten Service. Hybride Lösungen ergänzen dann sehr sinnvoll und das Arbeiten macht tatsächlich noch mehr Spaß.

DIGITAL FUTUREmag: Vielen Dank für das Interview.

 

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