IT-Kosten senken mit Köpfchen!

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Im Interview mit Ronny Schausten, Geschäftsführer der S2 Software GmbH & Co. KG

Die digitale Transformation steht bei den Unternehmen hoch im Kurs und ist derzeit eines der wichtigsten Themen auf der Agenda der CEOs. Nach Kosten wird in der Regel hier nicht en detail gefragt. Hauptsache, die IT funktioniert reibungslos und man verfolgt die langfristigen Ziele. Dabei zeigt der Statusbericht 2020 zu IT-Kosten und Ausgabenmanagement „2020 State of Tech Spend Report“, dass im Durchschnitt circa 8,2% des Geschäftsumsatzes auf IT-Ausgaben entfallen. Nach Einschätzung vieler Top-EntscheiderInnen handelt es sich bei 12% der IT-Ausgaben sogar um unnötige oder vermeidbare Aufwendungen. Für DIGITAL FUTUREmag Grund genug, der Sache nachzugehen und mit einem echten Kostensenker in Sachen IT die Möglichkeiten der Einsparpotenziale etwas genauer zu beleuchten. Mit Ronny Schausten, Geschäftsführer der S2 Software GmbH & Co. KG, sprechen wir darüber, wie sich auch mit gebrauchter Software gerade im deutschen Mittelstand erheblich Kosten reduzieren lassen. Schausten ist seit 2016 auf den An- und Verkauf gebrauchter Software spezialisiert und mittlerweile mit dieser Businessidee bestens etabliert.

DIGITAL FUTUREmag: Herr Schausten, wenn es allgemein um die Einsparung von Kosten geht, sind GeschäftsführerInnen und EinkäuferInnen immer sehr bemüht, den letzten Cent herauszuholen. Warum ist das bei Software anders? Hat das etwas mit Image zu tun?

Ronny Schausten: Seitdem Handel betrieben wird, ist der Mensch bestrebt, einerseits den höchsten Preis für sein zu verkaufendes Produkt zu erzielen und andererseits den geringsten Preis für zu erwerbende Ware zu bezahlen. Das gleiche Prinzip gilt seit der digitalen Transparenz für fast alle immateriellen Güter, zu denen auch Software gehört. Wenn wir über das Internet den Begriff “Gebrauchte Software” aufrufen, erhalten wir 36 Millionen „Antworten“. Beim Stichwort “Neue Software” 305 Millionen. Nehmen wir ein anderes Beispiel: “Neuwagen”. Knapp 23 Millionen Treffer werden angezeigt. Bei “Gebrauchtwagen” sind es über 43 Millionen. Warum wähle ich gerade diesen Vergleich auf Ihre Frage? Nun, das Image der Automobilindustrie hat zwar in den letzten Jahren aufgrund von mit Software verbundenen Abgas-Skandalen gelitten, aber die Nachfrage nach Gebrauchtwagen zugenommen. Wir erleben diese Zunahme auch im Markt der Software. Gebrauchte Software erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit und wachsenden Bedarfen. Sie ist frei verkäuflich. Wer gebrauchte Software-Lizenzen kauft, hat Anspruch auf sämtliche Service-Leistungen im Zusammenhang mit der Software, somit keine Nachteile gegenüber dem Neukauf. Es ist ein langsamer, aber stetig steigender und auch aufgrund der Corona-Krise wahrnehmbar erhöhter Anteil der Unternehmen, die sich mit dem Thema Kosteneinsparung, ohne Imageverluste zu erleiden, beschäftigen. Wir stellen vermehrt fest, dass sich auch größere Firmen den Einsatz gebrauchter Software überlegen und Anfragen stellen.

DIGITAL FUTUREmag: Wann lohnt überhaupt der Fokus auf gebrauchte Software-Lizenzen? Für wen ist Used Software besonders interessant?

Ronny Schausten: Die Antwort ist sehr einfach: Jedes Unternehmen, welches eine IT-Infrastruktur unterhält, sollte sich die Fragen stellen, wo gibt es Händler, die Einsparpotenziale im Bereich von Software-Lizenzen stabil garantieren und wo sind die verlässlichen PartnerInnen, die mir alle notwendigen Dokumente liefern, sodass im Falle eines Audits eine Unter- oder Überlizenzierung vermieden werden kann. Und wenn es geht, ohne Berechnung der Auditkosten, für die bei diesem Unternehmen erworbenen Lizenzen.

DIGITAL FUTUREmag: Woher kommt die gebrauchte Software und warum wird sie breitflächig vertrieben?

Ronny Schausten: Wir stehen mit vielen mittleren und großen Unternehmen in Kontakt, die entsprechende Software als Erstnutzer verwenden. Wenn die Umstellung auf eine andere Version geplant ist oder Lizenzen aus anderen Gründen nicht mehr benötigt werden (z.B. bei Insolvenzfällen, Fusionen von Firmen, ein größerer Stellenabbau, interne Umstrukturierung etc.), bietet sich die Gelegenheit, diese zu verkaufen. Dadurch erhalten die Firmen einen Teil ihrer ursprünglichen Investitionssumme zurück und haben daher ein großes Interesse, diesen Vorgang anzutreiben. Software kennt keinen Verschleiß. Es wäre aus unserer Sicht eine Verschwendung und auch nicht nachhaltig, wenn man sie nicht weiter nutzen würde.

DIGITAL FUTUREmag: Oft ist zu lesen, dass gerade auch mit gebrauchter Software viel Schindluder getrieben wird. Hier werden zum Beispiel Windows-Keys für unter 10 Euro angeboten. Microsoft selbst verkauft die angeblich gleiche Windows 10 pro Version offiziell aber für 259 Euro. Wie können AnwenderInnen hier den Überblick behalten?

Ronny Schausten: Der Anbieter pcfritz.de war ein bekannter Anfang. Eine Plattform, die mit Software und Hardware gehandelt hat. Insider kennen das Thema zur Genüge. Und ja, eine mehr als gute, sehr berechtigte und häufig gestellte Frage: Wie können User den Überblick behalten, wo es doch potenziell unzählige unseriöse Windows 10 pro-Angebote gibt?

Vielleicht hilft der Ansatz, ausschließlich bei HändlerInnen zu kaufen, die neben der Rechnung und dem Lieferschein die Lizenznehmer-Übertragungsdokumente zur Verfügung stellen und die KundInnen auf die korrekte Lizenzierung hinweisen können. Und wenn dann auch noch diese VerkäuferInnen im Falle eines Audits durch Microsoft oder von Microsoft beauftragten Service-Dienstleistern die komplette Korrespondenz für die bei ihnen gekauften Lizenzen übernehmen: Besser geht es kaum. Und ja, bei S2-Software bekommen die KundInnen das alles.

DIGITAL FUTUREmag: OK - das klingt absolut kundenfreundlich. Worin liegen die eindeutigen Benefits von gebrauchter Software und wie ist hier der Unterschied zwischen On-Premise-Lösungen und Cloud-Abonnenten?

Ronny Schausten: Der hauptsächliche Vorteil liegt, wie bei allen gebrauchten Waren, im Preis. Wenn Unternehmen, die beispielsweise 500 Stück Microsoft Office 2019 Professional Plus erworben haben, feststellen, dass sie aber nur 400 benötigen, sind sie dankbar, wenn es Händler wie uns gibt, denen man die überschüssigen verkaufen kann. Da sich Software aber nicht wie etwa ein Auto abnutzt, spricht man zwar von gebrauchter Software, aber eigentlich ist es Software aus Wiedervermarktung. Im Laufe der letzten Jahre habe ich immer wieder das Thema On-Premise oder Cloud mit KundInnen besprochen. Hier gibt es vollkommen unterschiedliche Meinungen. Die einen sind echte Verfechter der Cloud, die anderen absolute Gegner. Für beides gibt es Vor- und Nachteile, die jede/r für sich definiert hat.

DIGITAL FUTUREmag: Welche Art von Software ist für die Unternehmen, die sich für gebrauchte Software interessieren, besonders attraktiv und wo gibt es Grenzen?

Ronny Schausten: Die einzige Grenze ist das Wort Neu. Neu im Sinne von, diesen Artikel von beispielsweise Microsoft gibt es noch nicht als Used Software auf dem Markt. Ansonsten ist der Preisunterschied zwischen diesen beiden, so will ich es einmal nennen, Produktgruppen schon beträchtlich und wird sich im IT-Budget enorm auswirken. KundInnen erhalten die Leistung der Original-Programme zu deutlich günstigeren Konditionen.

DIGITAL FUTUREmag: Wenn sich nun Unternehmen gebrauchte Software anschaffen möchten, wie sind die einzelnen Schritte bis zum Kauf? Können sich InteressentInnen auch beraten lassen?

Ronny Schausten: Die Kunst für Unternehmen besteht nicht darin, gebrauchte Software zu kaufen, sondern den richtigen Partner bzw. Partnerin für ein vertrauensvolles und langfristiges Geschäft zu finden. PartnerInnen, die eine möglichst langfristige Preisbindung garantieren, sodass man eine Planungssicherheit für das IT-Budget bekommt und somit eine nachhaltige Kostenkontrolle. Der Rest ist einfach: Lizenzen anfragen, Auslieferung auf Rechnung, Software downloaden, installieren und die Lizenz aktivieren. Hier bieten wir nicht nur bedarfsgerechte Lösungen als Support an, sondern auch eine individuelle Beratung. Denn jede Firma ist anders.

DIGITAL FUTUREmag: Wann ist es für Unternehmen wiederum sinnvoll, nicht mehr benötigte Software abzustoßen? Wie geht der Verkaufsprozess von Software vor sich?

Ronny Schausten: Es gibt verschiedene Situationen, in denen Unternehmen entscheiden, Software abzustoßen. Sei es durch Fusionen mit anderen Unternehmen, Insolvenzen, Entscheidungen der Geschäftsführung, einen Jahrgang zu überspringen oder einfach durch einen zu hohen Erwerb von Lizenzen. In all diesen Fällen ist es für FirmenkundInnen einfach, den Überbestand zu verkaufen. Sie setzen sich mit uns in Verbindung und wir unterstützen sie beim Verkauf dieser Lizenzen, fair und rechtskonform.

DIGITAL FUTUREmag: Herr Schausten, das war ein wirklich inspirierendes Interview mit einer Menge nachhaltiger Aspekte, die für unsere Leserinnen und Leser sicher überlegenswert sind. Herzlichen Dank für Ihre Zeit.

Ronny Schausten: Vielen Dank auch Ihnen und bleiben Sie gesund!


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